Die Kosten für die Umrüstung auf Autogas bewegen sich pauschal zwischen 1.300 bis 2.450 Euro je nach Art der Anlage und der Größe des Motors. Der Umbau amortisiert sich durch die niedrigen Kraftstoffpreise für Autogas bei einer jährlichen Laufleistung von nur 10.000 Km nach durchschnittlich drei Jahren.
Was ist Autogas?
Das in Ottomotoren einsetzbare Autogas ist LPG (Liquefied Petroleum Gas), es ist nicht mit den Flüssiggassorten LNG und CNG zu verwechseln. Es entsteht als Nebenprodukt bei der Erdölraffinerie und ist daher entsprechend preiswert. Zudem werden große Steuervorteile auf LPG gewährt, die vorläufig bis zum Jahr 2018 festgeschrieben sind. Diese Vorteile beruhen auf der umweltfreundlichen Verbrennung von LPG, gegenüber Benzin werden Stickoxide um 80 Prozent, CO2 um 15 Prozent und Kohlenwasserstoffe um 50 Prozent reduziert. Auch die Abgasreinigung in Katalysatoren funktioniert bei LPG sehr effektiv. Diese Vorteile bestehen sogar trotz des geringfügigen mengenmäßigen Mehrverbrauchs (etwa 5 bis 15 Prozent je nach Anlage und Motortemperatur). Da Autogas gut komprimierbar ist und einen höheren Brennwert als Benzin hat, erhöht sich die Reichweite des Fahrzeugs erheblich, 1.000 km sind mit einer Tankfüllung möglich. Die Fahrzeuge werden allerdings bivalent betrieben, das heißt mit LPG und einem Benzintank gleichzeitig. Dadurch sind 1.300 bis 1.400 km ohne Tankstopp realistisch. Nahezu alle Ottomotoren können auf Autogas umgerüstet werden, wodurch auch Wartungskosten sinken. Der Durchschnittspreis für LPG-Kraftstoff liegt im Herbst 2011 bei rund 74 Cent pro Liter.
Die Umrüstung und ihre Kosten
Es werden für die Umrüstung teilweise Kosten von nur 1.100 Euro und auch von bis zu 3.500 Euro genannt, das sind Extremwerte. Eine Recherche bei führenden Anbietern ergab, abhängig von der Zahl der Zylinder, ab 1.300 Euro für 3-Zylinder, ab 1.450 Euro für 4 bis 5 Zylinder und ab 1.500 Euro für 6 bis 8 Zylinder. Hierbei ist zu beachten, dass verschiedene Techniken eingesetzt werden, nicht jede davon ist für jeden Motor geeignet. Grundsätzlich werden die Fahrzeuge mit Benzin gestartet, bei Erreichen der Betriebstemperatur erfolgt die Umschaltung auf LPG. Moderne Anlagen nehmen die Umschaltung automatisch vor. Man unterscheidet Anlagen mit Flüssigeinspritzung (DI- oder LPi-Anlagen), sequenzielle Anlagen und Venturianlagen. Jede von ihnen ist für bestimmte Motoren besonders geeignet. Die Umrüster erstellen daher auf Anfrage kostenlose Hilfestellung und Preiskalkulationen je nach Fahrzeugtyp. Die Automobilhersteller geben diese Hilfestellung (noch) nicht. Auch für Benzin-Direkteinspritzer (TSI und FSI) gibt es inzwischen Autogasanlagen, zu unterscheiden ist zwischen der Benzin-Beimengung (VSI-DI-System) oder den Flüssig-Einspritzern (LPi).
Bei den Kosten für die Umrüstung ist in Rechnung zu stellen, dass das Fahrzeug durch den TÜV muss, was in den Preisen einer deutschen Werkstatt enthalten ist, einer polnischen oder tschechischen jedoch nicht. Zudem ist bei einer LPG-Umrüstung auf Qualität zu achten. Im Jahr 2011 wird durchweg, auch von unbefangenen Autoren, eine deutsche Fachwerkstatt empfohlen. Dort sollte für das eigene Fahrzeug ein individueller Kostenvoranschlag eingeholt werden.
Hier ein paar interessante Blogs: